Herausforderungen und Erfolgsfaktoren

LoS ist in der gesamten österreichischen Verwaltung einzigartig. Durch diesen Umstand war es für das Projekt nicht möglich auf vorhandenes Know How zurückzugreifen. Im Folgenden sind unter dem Aspekt „gegenseitiges Lernen“ die Herausforderungen und Erfahrungen, die bei der Entwicklung, Einführung und dem laufenden Betrieb des Systems LoS entstanden sowie die Erfolgsfaktoren, die zur erfolgreichen Umsetzung beigetragen haben, dargestellt.

Am Beginn des Projektes bestand eines der Probleme darin, zwischen den IT-Entwicklern und den Fachspezialisten ein gemeinsames „Wording“ zu finden. Die komplexe Logik der Kennzahlen im Steuer- und Zollbereich und die dafür erforderlichen Dateninhalte mussten gemeinsam erarbeitet werden. Der enorme Abstimmungsaufwand bei der Definition der sehr spezifischen Anforderungen sowie bei der Identifikation der benötigten Kennzahlendaten und deren Ausprägungen erforderte eine enge Zusammenarbeit zwischen den Fachspezialisten, den Datenbanktechnikern für LoS und den Datenbanktechnikern der Schnittstelle zu den Produktivsystemen.

Eine weitere Herausforderung an das Projekt war der relativ knappe Zeitrahmen (ca. 1 Jahr) zwischen Umsetzungsstart und Produktivsetzung. Bis zur Produktivsetzung im Frühjahr 2007 verfügte das Projekt über ein gemeinsames Entwicklungs- und Produktivsystem, jedoch über kein Test- und Qualitätssystem. Die Freischaltung des Systems für die Anwender erforderte einen ungestörten Betrieb und daher musste für die Weiterentwicklung des Systems eine eigene Testumgebung zur Qualitätssicherung geschaffen werden. Mit Einsatz des Testsystems können nun Neuentwicklungen in vollem Umfang ohne Auswirkungen auf die Stabilität des Produktivsystems erarbeitet und getestet werden.

Die fachlichen Anforderungen an das Berichtswesen bestanden darin, den Anwendern Sichtweisen nach dem Prinzip der „hierarchisch vergleichenden Transparenz“ einzuräumen. Diese Forderung konnte nur mit Hilfe eines sehr komplexen Berechtigungssystems umgesetzt werden, das jedoch anfänglich mit den von Cognos verfügbaren Werkzeugen zu langen Laufzeiten bei der Berichtserstellung führte. Durch Entwicklung eines eigenen Systems konnte dieses Problem gelöst werden.

Mit Start des Echtbetriebes war es erforderlich ein LoS-Betriebsteam im BRZ (Bundesrechenzentrum) zu implementieren. Aufgrund des Umstandes, dass die Umsetzung in der Phase II überwiegend durch externe Unternehmen erfolgte, war bei den Mitarbeitern des BRZ zu wenig Know How über die Funktionalität des Systems vorhanden. Das rasche Einlernen der großteils neuen MitarbeiterInnen unter Aufrechterhaltung des laufenden Echtbetriebes war eine enorme Herausforderung an das neue Betriebsteam. All diese Herausforderungen wurden vor allem durch die hohe Motivation und Einsatzbereitschaft der am Projekt beteiligten Personen gemeistert.

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